Rathaus Aktuell: Gemeinde Reichenbach

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Rathaus Aktuell

Aus dem Gemeinderat wird berichtet

Waldbegehung mit Vertretern des Forst

Gemeinsam mit den Herren Alexander Jentsch (Forsteinrichter beim RP Freiburg), Leo Sprich (stv. Leiter des Kreisforstamts) und Stefan Schrode (Revierleiter) traf sich der Gemeinderat zu einer Waldbegehung mit anschließender Beratung zur „Forsteinrichtungserneuerung 2020 – 2029“. Nach kurzer Einführung durch Oberforstrat Leo Sprich erläuterten die Herren vom Forst die Inhalte des Forsteinrichtungsplans mit anschaulichen Beispielen an verschiedenen Waldstandorten auf dem Martinsberg und im Obernheimer Tal. 
An einer Waldstelle auf dem Martinsberg, die Fichtenbestände mit höheren Rotfäuleanteilen und erkennbare Vitalitätsprobleme (verstärkter Ausfalle durch Dürre oder Käfer) aufweist, erläuterte Revierleiter Schrode die Schwierigkeiten, dieses Holz derzeit am Markt zu platzieren. 
In unmittelbarer Nähe wurde aufgezeigt, welche Auswirkungen der Wildverbiss auf die Entwicklung des Waldbestandes hat, bzw. wie sich ein Wald entwickelt, wenn entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen werden. 
Zuletzt wurden im Obernheimer Tal die Waldschäden besichtigt, die der Schneebruch im vergangenen Februar verursacht hat. Dank dem großen Einsatz aller Mitarbeiter im Forst konnte eine Ausweitung des Borkenkäfers verhindert werden. Doch wie bereits auf dem Martinsberg dargelegt, ist die Bedrohung durch den Borkenkäfer nach wie vor sehr akut. 

Im Festsaal des Grundschulgebäudes stellte Herrn Alexander Jentsch, Forsteinrichter beim RP Freiburg, den von ihm unter Mitwirkung des Revierleiters Stefan Schrode erstellten Forsteinrichtungsplan der Gemeinde Reichenbach für den Zeitraum 2020 bis 2029 vor. 
Zunächst erläuterte er die mit der Verwaltung im Vorfeld erörterten Ziele für den Gemeindewald der Gemeinde Reichenbach. Dabei gilt es zunächst die Baumartstruktur mit derzeit 67% Nadelholzanteil zu halten, die Bestände zu pflegen und eine bestmögliche Nutzung des Nadelholzes (Fichte, Tanne und Douglasie) zu realisieren. Die Bewirtschaftung soll nach den Grundsätzen einer „naturnahen Waldwirtschaft“ erfolgen und dabei die Schutzfunktionen für Boden, Wasser und Natur erfüllen. Neben der Bereitstellung von Brennholz und Deckreisig für die Bevölkerung soll der Wald auch der Erholung dienen. 

Der Gemeindewald Reichenbach ist mit seiner Baumartenzusammenstellung von 67% Nadelholz und 33% Laubholz nadelholzorientiert. Dabei ist in den vergangenen 10 Jahren die Fichte (-1%) auf 47% zurückgegangen, ebenso die Kiefer auf 4% während die Tanne leicht (+1%) zulegen konnte. Beim Laubholz bleibt die Buche mit 27% das dominierende Laubholz. Die Hauptbaumarten sollen sich ohne Schutz natürlich verjüngen können. Dies setzt voraus, dass die Rehwildbestände entsprechend angepasst werden. 

Der Naturverjüngungsvorrat ist in den letzten 10 Jahren von 28% auf 34% gestiegen. Davon wiederum sind ca. 60% Buchen, 23% Fichten und 14% Bergahorn. Der Holzvorrat der Gemeinde ist ebenfalls angestiegen und beträgt nun 113.311 fm. Der Anteil hiebsreifer Fichte, Tanne und Buche in den Altersklassen VI – VIII ist gestiegen. 
In der letzten Forsteinrichtung wurde ein Hiebsatz von 13.800 Erntefestmeter (Efm) geplant, vollzogen wurden 16.900 Efm. Die Ursache lag vor allem in den Schneebruchschäden im Jahr 2019. 
Das Ziel ausgeglichener Ergebnisse wurde im Durchschnitt der letzten 10 Jahre mit einem Positivergebnis von 8.800 €/Jahr erreicht. Jedoch mussten in den Jahren 2012, 2013 und 2019 negative Ergebnisse hingenommen werden.
Für die kommenden 10 Jahre wird ein Hiebsatz von rund 26.200 Efm vorgeschlagen und liegt somit leicht unter dem aktuellen Zuwachs, jedoch deutlich über der Planung und dem Vollzug des abgelaufenen Jahrzehnts. 
Als Fazit kann festgestellt werden, dass es bei einem ungestörten Betriebsablauf und sich stabilisierenden Holzpreisen trotz höherer Investitionen in Verjüngung und Pflege möglich sein sollte, auch weiterhin ein positives Betriebsergebnis zu erreichen. 
 

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