Reichenbach (Druckversion)

Geschichte & Wappen

Geschichtliches über die Gemeinde Reichenbach a.H.

Auf dieser Seite finden Sie eine kurze geschichtliche Zusammenfassung über die Gemeinde Reichenbach a.H.

Fundstücke aus der keltischen Zeit
Fundstücke aus der keltischen Zeit
Wappen der Gemeinde
Wappen der Gemeinde
Altes Bahnhofgebäude
Altes Bahnhofgebäude

Geschichtliches

Fibeln (Gewandschließen) aus keltischer Zeit vom Heidentor

Die Alemannengräber Reichenbachs dokumentieren, dass das Dorf bereits lange vor der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 793 als „Rihinbah“ angelegt wurde. Die Gründung der Siedlung dürfte bereits in das 6. oder 7. Jahrhundert datieren. Der Ortsnahme rührt wohl von der “reichen“ Wasserführung der durchfließenden Bäche, der Bära und des Reichenbachs, her. Dass Reichenbach bereits im 8. Jahrhundert erstmals schriftlich erwähnt wurde, verdankt es der reichhaltigen urkundlichen Überlieferung des Klosters St. Gallen. Der Ort war Bestandteil der Oberen Grafschaft Hohenberg und ging mit ihr 1381 an Österreich. Alle Rechte im Ort hatte Österreich inne. Mit Hohenberg kam Reichenbach 1805 an Württemberg und gehörte von 1806 bis 1938 zum Oberamt Spaichingen und ab 1938 zum Kreis Tuttlingen.

Ortswappen

Ortwappen Reichenbach a.H.

Die Gemeinde ist nach dem Bescheid des Innenministeriums Baden-Württemberg vom 20.03.1963 berechtigt, eine Flagge zu führen.

Auf rotem Grund ein silberner (weißer) Wellenschräglinksbalken, beiderseits begleitet von je einem achtstrahligen silbernen (weißen) Stern. Die Ortsflagge hat die Farben Silber und Rot (Weiß-Rot).

Heubergbahn

Von 1889 - 1912 - Planungen einer Eisenbahn auf den Heuberg

Im Jahre 1897 wurde in einem Leserbrief eine Heubergbahn von Ebingen ausgehend gefordert.

Der Bau einer Eisenbahn sollte zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse führen. Eine Postkutsche benötigte z.B. von Aldingen über Gosheim, Wehingen und Reichenbach am Heuberg nach Nusplingen und weiter nach Ebingen einen ganzen Tag. Ein Fußmarsch aus dem Primtal auf die Hochfläche dauerte in aller Regel ein bis zwei Stunden. Die Holzabfuhr mit Fuhrwerken von der Hochfläche ins Tal bedeutete besondere Mühe und Gefahren und verursachte hin und wieder Unfälle mit tödlichem Ausgang.

Bereits 1898 begannen die Überlegungen zum Bau der Bahnlinie. 1900 wurde eine provisorische Bahnkommission gegründet. Am 02.11.1901 beschloss die Gemeinde Wehingen das benötigte Gelände zum Eisenbahnbau unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.

Der Bau der Bahn wurde im Januar 1906 bewilligt, jedoch würde es ca. 10 Jahre dauern, bis der Staat die Bahn bauen würde. Im September 1906 konnte das Komitee die Württembergische-Eisenbahn-Gesellschaft (WEG) für den Bau der Bahnlinie gewinnen.

Am 01.03.1907 erhielt das Komitee vom Königlichen Württembergischen Ministerium einen Erlass, in dem stand, dass der Staat Württemberg nun doch eigenes Interesse habe, eine normalspurige Bahnlinie Spaichingen - Nusplingen bauen zu wollen.

Im Mai 1911 wurde der Bau der Heubergbahn als Vollspurbahn von Spaichingen nach Nusplingen beschlossen. Am 18.08.1912 unterzeichnete der Württembergische König Wilhelm einen Erlass. Damit war der Bau der Heubergbahn endgültig beschlossen.

Von 1913 - 1928 - Baubeginn, Erster Weltkrieg, Inflation und Inbetriebnahme

Am 30.01.1913 erfolgte der Spatenstich. Die Planungskosten beliefen sich auf ca. 3,6 Million Goldmark. Der höchste Punkt der Strecke sollte der Bahnhof Gosheim auf 841 Meter über Normalnull sein. Außerdem waren Steigungen bis zu 2,5 % vorgesehen. Aufgrund des Ersten Weltkriegs wurde der Bau im November 1916 eingestellt. 1919 begann der Weiterbau in allen Abschnitten. Durch den Übergang am 01.04.1920 der Württembergische Staatseisenbahn in die Deutschen Reichsbahn, wurde die Bautätigkeit erneut eingestellt.

Durch mehrere Verhandlungen konnte im Jahr 1926 mit den Bauarbeiten wieder begonnen werden. Wegen Sparmaßnahmen mussten gebrauchte Materialien, Schienen und gar Brückenteile von anderen Eisenbahnlinien verwendet werden. Desweiteren wurde die Bahn vorläufig nur bis Reichenbach statt bis nach Nusplingen gebaut. Am 25.05.1928 wurde die Heubergbahn bis Reichenbach a.H. eröffnet.

Die Heubergbahn verband 38 Jahre lang die angebundenen Bahnhöfe. Die Strecke trug einen großen Teil zur Erschließung und Industrialisierung der Heuberggemeinden bei.

Von 1945 - 1966 - Kriegsende und Ende der Heubergbahn

Mit dem Kriegsende wurde der Betrieb der Bahn vorläufig eingestellt.  Jedoch konnte ab dem 07.01.1946, die französische Militärregierung erstellte eine Betriebsgenehigung, der Betrieb wieder aufgenommen werden.

In den 1950er Jahren wurde die Rentabilitäten der Bahnlinien durch die Deutsche Bundesbahn, als Rechtsnachfolgerin der Deutschen Reichsbahn geprüft. Ab dem 23.05.1954 verkehrte nur noch ein Zugpaar montags bis freitags, alle anderen Personenverkehrsleistungen wurden mit Bussen durchgeführt. Drei Zugpaare am Werktag und sogar am Sonntag gab es abends eine Zugleistung von Spaichingen hinauf nach Reichenbach a.H. Diese Fahrt diente jedoch hauptsächlich dazu, dass am Montagmorgen in Reichenbach ein Frühzug nach Spaichingen bereitstand.

Im März 1964 legte die Bundesbahn Pläne zur Stilllegung der Strecke vor. Die Anliegergemeinden, das Landratsamt und die IHK versuchten die Argumentation der Bundesbahn - ohne Erfolg- zu entkräften. Die bisher tägliche Nahgüterzugleistung wurde ab 1965 eingestellt. Am 23. September 1966 wurde die Bahnlinie endgültig stillgelegt. Gegen die Einstellung des Betriebs protestierte die Heuberger Bevölkerung auf denkwürdige Art und Weise. Der mit Honoratioren besetzte Sonderzug anlässlich der letzten Fahrt kam im Bereich des Autunnels bei Gosheim durch auf die Schienen aufgebrachte Schmierseife kaum noch voran. Dieser Protest ging als sogenanntes „Schmierseifen-Attentat“ in Geschichte ein.

Im Juni 1967 gab es Überlegungen, die Bahn in Regie des Landkreises bzw. der Anliegergemeinden zu betreiben. Die Unterhaltungskosten des Bahnkörpers war aber mit zu großen Kosten verbunden. Der Betrieb der Bahn durch eine Privatbahn oder eine kommunale Gebietskörperschaft war damals aussichtslos.

Streckenabschnitt Reichenbach – Nusplingen

Im Jahr 1913 wurde klar, dass der auf 850.000 M kalkulierte Streckenabschnitt von Reichenbach a.H. bis Nusplingen zunächst nicht verwirklicht werden würde. Der Grunderwerb für das Baulos 4 Reichenbach - Nusplingen wurde bis zur Inbetriebnahme der Strecke Spaichingen – Reichenbach a.H. zurückgestellt.

Heute
Heute wird die Trasse von Wanderern und Radfahrer genutzt.

Weitere Informartionen finden Sie hier oder auf diesem Link

Bilder von der Heubergbahn

Altes Bahnhofgebäude Spaichingen
Wehinger-Zugstrecke
Bahnhofgebäude Reichenbach a.H.
Zug von Reichenbach a.H. nach Wehingen
Haltestelle Reichenbach a.H.
Bahnstrecke Heubergbahn
Bahnstrecke heute
 
http://www.reichenbach-heuberg.de/index.php?id=52